Philosoph sein

Ich bin Philosoph –

Ich bin Philosoph. Aber das darf niemand wissen. Das ist geheim. So was von geheim! Denn die Philosophie steht in schlechtem Ruf. Und dieser schlechte Ruf könnte auf mich abfärben.

Besteht dieser schlechte Ruf zu Recht? – Ich muss leider eingestehen, selbst wenn man mich daraufhin als Nestbeschmutzer lobt oder tadelt: Ja! Dieser Ruf besteht zu Recht. Denn welche Segnungen hat uns denn die Philosophie der letzten Jahrzehnte oder auch Jahrhunderte gebracht? Der Öffentlichkeit sind zumindest keine bekannt. Und die Öffentlichkeit ist es, die über den Ruf entscheidet!

Ist es nun die böse, böse Öffentlichkeit, die den schlechten Ruf der Philosophie verschuldet? Oder ist es vielleicht nicht doch die „Branche der Philosophen“ selbst, die ihr schlechtes Image gekonnt produziert und aktualisiert? Denn welchen der öffentlich in Erscheinung tretenden Philosophen oder Philosophinnen würden Sie es tatsächlich zutrauen, Ihrem Leben förderlich sein zu können?

2 Antworten auf „Philosoph sein“

  1. Tja welchem Philosoph oder welcher Philosophin traue ich so etwas zu: Keinem und doch irgendwie allen!
    Warum, nun einserseits weil heutige Philosophen die versuchen öffentlichkeitswirksam zu werden, oft Gedankengänge zum Besten bringen, die man erstmal nicht oder kaum versteht. Manchmal werden auch Authoren von politischen Büchern in die philosophische Richtung geschoben, obwohl sie da gar nicht hingehören und -wollen. Daher vielleicht auch der manchmal schlechte Ruf der heutigen Philosophie.
    Andererseits, wenn man heutige Philosophen genauer betrachtet -manchmal auch mehrmals- sind deren Aussagen schon für unser heutiges Leben hilfreich. Sicher eher weniger als primäre Lebenshilfe, aber oft schon als Hilfe zur Erkenntnis und Selbsthilfe. Auch heutige Philosophie ist zumindest für mich, immer noch ein Mittel uns Menschen dazu zu bringen, selbst Geschehnisse, Verhalten von Menschen usw. kritisch zu hinterfragen. Dass man daraus dann Schlüssel zieht ist eine natürliche Folge.
    Vielleicht ist die heutige Philosophie einfach nur anders als die antike? Vielleicht ist sie auch nicht besser, sicher aber auch nicht schlechter. Vielleicht ist die heutige Philosophie mehr auf sich selbst bezogen als dass sie den Blick auf bahnbrechendes lenkt? Aber muss sich die heutige Philosophie deshalb verstecken?

    1. Danke für Ihren Kommentar, Herr Adolf!
      Nein, verstecken soll sich auf keinen Fall irgendjemand mit seinem Denken müssen. Das wäre das Letzte, was ich wollte. Wir sind auf das Vielerlei Denken angewiesen! Mir ist es immer wieder nur traurig festzustellen, dass es nicht bekannt zu sein scheint, dass es innerhalb des goßen, unüberschaubaren Gebäudes, das mit „Philosophie“ bezeichnet wird, auch ganz einfaches, jedermann verständliches Denken gibt, das im täglichen Leben und in der Entwicklung förderlich sein kann.
      Wenn ich mich vorstelle und sage: „Ich bin Philosoph“, so weiß kaum jemand hier in Berlin, was das sein könnte. Der Name „Philosophie“, dessen Inhalte ich als wertvolles Gut schätze, ist eher negativ, teils sogar vernichtend negativ behaftet. Das ist schade, finde ich.
      Vielleicht muss ich mich und meinen Beruf anders benennen, um verstanden zu werden. Wir werden sehen …

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