Zoon Logon echon

[Nicht neu:] Der Mensch ist ein vernunftbegabtes Lebewesen (Zoon).

[Auch nicht neu:] Der Mensch ist ein sprachbegabtes Lebewesen.

[Vielleicht neu:] Der Mensch ist ein sprachnotwendiges Lebewesen. Begibt sich Mensch nicht in klares Denken und in klare Sprache (Logos), ist er kein Mensch; nur noch Lebewesen, nur noch Tier, nur noch fressendes und fickendes Tier.

Klares Denken durch klare Sprache ist Notwendigkeit, um überhaupt Mensch zu sein. Nicht nur fressendes fickendes Tier zu sein. Oder andersherum beleuchtet: Das Tier Mensch ist nur Mensch, um Sprache zu verwirklichen. Außerhalb der Sprache, des Logos, ergibt es gar keinen Sinn, Mensch zu sein, Mensch werden zu wollen, nicht einfach nur Tier zu bleiben. (… was dann doch manchen Menschen schwer fällt; Termiten können das besser).

Die Sprache und die Denk-Möglichkeiten durch Sprache verleihen dem menschlichen Leben erst Sinn. Im Sprechen kommt der Mensch zu seinem eigentlichen Mensch-Sein; im Sprechen findet der Mensch erst zu sich selbst. Deshalb ist es auch nicht unerheblich, was gesprochen wird, was gedacht wird. Denn so, wie wir in der Sprache, im Logos, erst zu unserem eigentlichen Selbst finden, so bestimmt das, was gesprochen wird, der Inhalt des Gesprochenen, darüber, auf welchem Weg wir unser Ziel erreichen. Und ob wir es überhaupt erreichen, bevor wir unser Ende finden. – Das hieße: Tier bleiben bis zu unserem Ende; ohne das Mensch-Sein jemals zu erreichen. – Ist ja auch ein Weg. Ein möglicher Weg. Eigentlich der normale Weg.

Warum also einen anderen, einen schwierigeren Weg gehen? – Wegen der Lust am Denken? – Nein, das reicht nicht; das wiegt die Mühe nicht auf! Also wegen der Idee, sein Mensch-Sein zu verwirklichen? – Nein, auch eine Idee kann die Mühen und Gefahren wohl nicht aufwiegen. Also wegen …

Den einzigen Grund kann es wohl nur geben durch ein „ich muss“! Um selbst nicht schmerzhaft der erkannten Sinnlosigkeit zu verfallen, sich selbst nicht unter Schmerzen und Qualen der erkannten Sinnlosigkeit anheim zu geben. Um Schmerzen und die Angst vor weiteren, noch schwerer zu ertragenden Schmerzen zu vermeiden.

Oder durch eine Liebe; eine erfüllte Liebe. Eine erfüllte Liebe zum Sinn und zum Sein, zur Wahrheit und zur Weisheit. Zur Philosophie eben.


Ist Sokrates ein Philosoph?

Ist Sokrates ein Philosoph?
Oder ist allein schon die Frage unsinnig?

Sicherlich hat, zumindest meiner Meinung nach, Sokrates die Philosophie ins Leben gerufen, erschaffen. Mir scheint das unstrittig. Aber das war vor langer, langer, sehr langer Zeit. Und damals war Sokrates auch sicherlich, davon bin ich überzeugt, ein Philosoph, ein Freund der Weisheit.

Aber können, wollen, sollen, dürfen wir deswegen heute sagen: Sokrates ist ein Philosoph? – Was heute unter Philosophie verstanden wird, was heute im Namen und unter dem Schutzschild der Philosophie geleistet wird, hat doch nichts, rein gar nichts damit zu tun, was Sokrates am Herzen lag.

Könnte Sokrates uns heute erleben, er wäre entsetzt darüber, als Philosoph bezeichnet zu werden. Und, da bin ich mir ebenfalls sicher: Er würde sich wehren!


Ist Sokrates ein Philosoph?
Ist Sokrates ein Philosoph?

 

Philosoph sein

Ich bin Philosoph –

Ich bin Philosoph. Aber das darf niemand wissen. Das ist geheim. So was von geheim! Denn die Philosophie steht in schlechtem Ruf. Und dieser schlechte Ruf könnte auf mich abfärben.

Besteht dieser schlechte Ruf zu Recht? – Ich muss leider eingestehen, selbst wenn man mich daraufhin als Nestbeschmutzer lobt oder tadelt: Ja! Dieser Ruf besteht zu Recht. Denn welche Segnungen hat uns denn die Philosophie der letzten Jahrzehnte oder auch Jahrhunderte gebracht? Der Öffentlichkeit sind zumindest keine bekannt. Und die Öffentlichkeit ist es, die über den Ruf entscheidet!

Ist es nun die böse, böse Öffentlichkeit, die den schlechten Ruf der Philosophie verschuldet? Oder ist es vielleicht nicht doch die „Branche der Philosophen“ selbst, die ihr schlechtes Image gekonnt produziert und aktualisiert? Denn welchen der öffentlich in Erscheinung tretenden Philosophen oder Philosophinnen würden Sie es tatsächlich zutrauen, Ihrem Leben förderlich sein zu können?

Philosophie ist …

Philosophie ist die Suche nach Gedanken, die möglicherweise gut oder richtig oder wahr sind. Mehr können wir nicht leisten. Aber das ist, ernst genommen, schon eine ganze Menge.

Philosophie und Medizin

Helferin in der Not

Mit der Philosophie verhält es sich ähnlich wie mit der Medizin. Ist alles in Ordnung, so braucht man sie nicht wirklich oder zumindest nicht wirklich dringend. Machen sich jedoch Leiden und Beschwerden bemerkbar, gerät irgend etwas in Unordnung oder zeigt sich eine (lebens-) bedrohliche innere Gefahr, dann kann die richtige Philosophie, ebenso wie die richtige Medizin, eine hilfreiche Helferin in der Not sein.

PS.: Die Wortfigur „hilfreiche Helferin“ heißt übrigens „Pleonasmus“.
(Ich habe nachgeschaut: Hier bei Wiki)

 

Ewiges

Das Sterbliche und das Unsterbliche

Wir sind als Menschen nicht auf der Welt, um das Sterbliche zu leben. Das tun wir sowieso; zwangsläufig, solange wir leben!

Wir sind als Menschen auf der Welt, um das Unsterbliche zu leben; am Unsterblichen teilzuhaben und das Unsterbliche zu verwirklichen. Zum Unsterblichen zähle ich dabei u.a. die Musik, die Wissenschaften, manche Künste, die Philosophie, die gute Sprache.

Könnte man das Unsterbliche nicht auch das Göttliche nennen? Oder gibt es auch ein Unsterbliches, das nicht göttlich ist?

 

Das Gespräch

Die selbstverständlichste Sache der Welt

Wir erachten das Gespräch meist als die einfachste, selbstverständlichste Sache der Welt. Vielleicht, weil wir sowieso ständig irgendwie am Reden sind. Und alle reden laufend miteinander; aus den unterschiedlichsten Gründen. Meist, weil sie irgend etwas vom anderen wollen. Oder weil es einfach nur der (Selbst-) Unterhaltung dient. Reden, reden, reden, … Gespräch, Gespräch, Gespräche …

So erscheint das Gespräch als nichts Besonderes, als nichts Wertvolles, als nichts, worüber man sich weiter sorgen oder kümmern müsste. Eben als Selbstverständlichkeit. Und was sollte man von einer Selbstverständlichkeit schon groß erwarten können!

Über dieses ganze Gerede hinaus gibt es aber noch eine andere Art des Gesprächs: Das offene und ehrliche Gespräch. Das nicht wertende Gespräch. Das Gespräch, indem man sicher sein kann, dass das Gesagte niemals gegen einen selbst verwendet werden wird. Das Gespräch, in dem man selbst zur Sprache kommt. Das Gespräch, in dem die eigenen Anliegen und Empfindungen zur Sprache kommen dürfen. Das Gespräch, in dem man sich über sich selbst klar werden kann. Das Gespräch, in dem man Sorgen und Ängste äußern kann und darf (… und so auch veräußern kann …). Das Gespräch, in dem man die eigene Position bestimmen kann. Das Gespräch, in dem man sich auch neu positionieren kann und darf. Das Gespräch, in dem man sich selbst offen und ehrlich, so wie man ist, begegnen kann und völlig wertfrei begegnen darf. … Das Gespräch, in dem man versteht, nicht alleine zu sein. Kurz: Das philosophische Gespräch.


 

Meine Philosophie

Meine Philosophie in aller Kürze

  1. Wir sind Teil des Kosmos
  2. Wir unterliegen den Gesetzen des Kosmos
  3. Durch unser Denken können wir einen (eingeschränkten) bewussten Anteil am Kosmos erlangen und so auch bewusst selbst Teil des Kosmos werden.

Das war’s schon.


 

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