Der Sokratische Dialog

Sokratischer Dialog und Wahrheit

Der Sokratische Dialog

Der Sokratische Dialog zielt auf Wahrheit. Auf nichts anderes als die Wahrheit. Weil nichts Anderes, außer der Wahrheit, für uns Menschen interessant sein sollte. Weil nichts Anderes außer der Wahrheit für uns Menschen gut ist. Gut und heilsam. Alles Andere ist nur dummes Geplapper, Geschwätz, Heuchelei und Selbstbetrug!


 

Vernunft und Leben

Kreativität

Wir haben nicht Verstand und Vernunft, um irgend ein beliebiges Leben zu verwirklichen.

Wir haben das Leben, um Vernunft zu verwirklichen! Nur dafür und deshalb!

Verwirklichung von Vernunft ist das Einzige, was menschlichem Leben wirklichen Sinn verleihen kann.


Klar und wahr und …

Schlagwerk

Ein Text, der klar und wahr und leicht verständlich ist, ist schon ganz gut und schön, insofern er eben klar und wahr ist. Aber was ist mit der leichten Verständlichkeit? Ist sie wirklich eine Hilfe zu einem wirklichen Verständnis oder eröffnet sie vielmehr die Tore zu nur vermeintlichem Verständis, das mehr Missverständnis als wirkliches Verstehen ist. Wissensdünkel also.

Wie dagegen steht es mit einem Text, der ebenso klar und ebenso wahr aber nur schwer verständlich ist? – Sofern sich ein Leser oder eine Leserin auf diesen Text einlässt, werden er oder sie sich selbst bemühen, zu einem Verständnis zu gelangen. Dieses Verständnis wird dann ein selbst gewonnenes Verständnis sein, ein wirkliches Verständniss, ein selbst begründetes Verstehen. Jederzeit aus sich selbst heraus ohne Zitiererei wiederholbar, jederzeit zu besprechen, zu diskutieren und zu verteidigen. Ein wirkliches Verstehen eben.

Nun könnte man einwenden, dass sich sicherlich nur wenige auf einen schwer verständlichen Text einlassen werden. – Nun gut; so stehen wenige mit wirklichem Verstehen vielen mit Wissensdünkel gegenüber. Da sind mir die wenigen Verstehenden dann doch lieber!


Der Zauber des Schreibens

Zauber

Wer einmal, auch nur ein einziges Mal, dem Zauber des Schreibens unterlag oder besser: dem Zauber des Schreibens unterliegen durfte, der wird wohl Zeit seines Lebens ein Liebhaber, ein gefangener Liebhaber, dieses Zaubers sein.

Jemandem, der bislang diesen Zauber nicht kennenlernen durfte, diesen Zauber zu erklären, fällt nicht leicht. Denn dieser arme Mensch wird, sobald wir einen mühsamen und von vornherein aussichtslosen Versuch der Erklärung unternehmen, bestenfalls an das Ergebnis des Schreibens, das Geschriebene denken und vermuten, wir hätten daran unsere Freude, seien darüber glücklich, seien darauf stolz. Besonders den Stolz wird er vermuten: Den Stolz auf ein paar gelungene Wendungen, den Stolz auf ein paar mehr oder minder missglückte Reime: „Haus – Maus“; taaräääh; wie lächerlich!

Das Ergebnis des Schreibens, das Geschriebene, ist doch nur das kümmerliche Abfallprodukt des Schreibens, des heiligen und heilenden Schreibens selbst. Ein Abfallprodukt, an dem andere Erfahrene ehrfurchtsvoll erahnen können, was im Schreiben geschah, was der Schreibende durchlebte. Ein Abfallprodukt andererseits, an dem sich auch Narren und kleine bissige Hündchen laben können. Und wenn ihnen ihr größtes Glück beschert wird, dann finden sie vielleicht einen Komma- oder einen Rechtschreibfehler, durch den sie sich dann selbst als groß, weise und erfahren aufblähen können. Wie wenig haben sie verstanden vom Zauber des Schreibens, vom Zauber des Lebens in all seinen facettenreichen Möglichkeiten!

Schreiben gestaltet das Leben. Schreiben gestaltet und schenkt das, was es im Leben gibt – oder auch nicht gibt. Schreiben kann uns trösten oder zutiefst bedrücken. Schreiben kann uns Wahrheit schenken. Schreiben kann unsere ganze Welt verändern. Und uns selbst auch.

Es gibt für uns nichts auf dieser Welt, das nicht geschrieben wurde. Und es gibt nichts auf dieser Welt, solange es nicht geschrieben wurde. Das gesprochene Wort alleine reicht nicht aus. Es muss der Prüfung des Schreibens unterzogen worden sein, um wahr sein zu können.


Ich spinne doch nicht …

„Ich spinne doch nicht“, höre ich manchmal jemanden sagen. In Filmen sagen sie das auch andauernd und sogar Politiker sagen das. Politikerinnen auch.

Dabei stimmt das gar nicht. Es kann gar nicht stimmen, weil wir am laufenden Band am Spinnen sind. Wir spinnen ständig, wir spinnen überall. Wir spinnen sogar im Traum. Wir sind auf das Spinnen angewiesen. Ohne wild zu spinnen hätten wir keine einzige Idee, die uns irgendwie weiterbringen kann.

Viel erstaunlicher als das Spinnen ist es da schon, dass wir manchmal im Spinnen auch das Wahre treffen. Wie ist es uns möglich, den Unterschied zwischen reiner Spinnerei und Gedanken mit Realitätsbezug zu erkennen und die einen von den anderen Gedanken zu trennen?

Okay,- Okay, – wenn ich diese Frage stelle, denken nun die, die mich kennen: Der Micha will doch wieder auf den Sokratischen Dialog hinaus. Aber das ist gar nicht der Fall! Hier interessiert mich vielmehr: Wie machen es all die Menschen, die den Sokratischen Dialog überhaupt nicht kennen???

 

Hohe ethische Werte

Werteverständnis?

Da tönen nun manche mit hohen ethischen Werten – und fragte man sie, was sie wohl unter dem einen oder dem anderen Wert verstünden, so stammelten sie nur mit vielen Worten sinnlos herum und wüssten nichts wirkliches zu sagen.

Zurück bliebe letztlich nur ein Quieken und Grunzen.


 

Natürlich gibt es Wahrheit

Und natürlich ist Wahrheit erkennbar und erkenntlich!

Wir müssen nur nach der Wahrheit – zuerst nach Wahrheiten (wahren Aussagen) und dann nach der Wahrheit selbst – suchen. Das ist machbar. Das geht! Natürlich nicht irgendwie, nach Lust und Laune, aber sehr erfolgreich durch die Empfehlungen und Vorgaben, die uns der antike, der echte Sokratische Dialog anbietet.

 

Michael Gutmann
Berlin

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