Der Sokratische Dialog

Sokratischer Dialog und Wahrheit

Der Sokratische Dialog

Der Sokratische Dialog zielt auf Wahrheit. Auf nichts anderes als die Wahrheit. Weil nichts Anderes, außer der Wahrheit, für uns Menschen interessant sein sollte. Weil nichts Anderes außer der Wahrheit für uns Menschen gut ist. Gut und heilsam. Alles Andere ist nur dummes Geplapper, Geschwätz, Heuchelei und Selbstbetrug!


 

Philosophische Therapie

Philosophische Therapie

Philosophische Therapie

Denken und Wohlergehen –

Die Frage nach dem Zusammenhang unseres Denkens mit unserem Wohlergehen ist so alt wie die Frage: Was war zuerst da? – Die Henne oder das Ei?

Wenn uns Depressionen plagen, wenn wir uns schlecht und elend fühlen:

  • Fühlen wir uns deswegen elend, weil wir schlechte Gedanken haben? Oder
  • Haben wir so schlechte Gedanken, weil wir wir uns schlecht fühlen?

Die Suche nach einer Antwort ist angesichts des Leids einer Depression eher müßig und wir werden in absehbarer Zeit zu keinem hilfreichen Ergebnis kommen. Zumal es kluge Vertreter beider Standpunkte gibt. Also gehen wir von einer zirkulären Wechselwirkung des Fühlens und des Denkens aus!

Die entscheidende Frage ist nun: Wie können wir diesen Teufelskreis sprengen? Wie diesen zirkulären Fluß unterbrechen?

Zahlreiche Therapien setzen an den Gefühlen an. Mit mäßigem Erfolg, wie mir scheint.

Die Philosophische Therapie setzt am Denken an. Mit deutlich mehr Erfolg! Und zudem, als erfreuliche Zugabe, wird ein Mensch durch die Philosophische Therapie auch noch handlungsfähig: Er weiß, welche nächsten Schritte er warum unternimmt! Er weiß, warum, weshalb und wozu er wie mit sich umzugehen hat! Und er hat gelernt, seinen Standpunkt zu vertreten!

Eh alles relativ!

Eh alles relativ!

Nun seid Ihr also neun, zehn, elf, zwölf oder gar dreizehn Jahre lang brav zur Schule gegangen und habt während all der Jahre Mathematik-Unterricht erhalten um nun, im Anschluß an Eure Matura, stolz zu verkünden:

„Ich habe meine eigene Wahrheit;
es ist eh alles relativ“!

Wir gratulieren!


 

Preisfrage

Baum

Was versinnbildlicht der biblische Baum der Erkenntnis, dessen Früchte schließlich zur Erkenntnis des Guten und des Bösen führen?

Es lohnt sich, die Antwort zu finden! Wofür sollten wir sonst als Menschen leben, wenn wir gut und böse nicht unterscheiden können?

Die Freund-Feind-Unterscheidung hat ja gerade wieder Hochkonjunktur. Wie wäre es, wenn wir uns öffentlich mal wieder um die Gut-Böse-Unterscheidung kümmern würden?


 

Das Recht auf Glück

Glück

Die gegenwärtige 66. Berliner Biennale trägt das Motto: „Recht auf Glück“!

Wie schön! Ich bin sehr dafür, das Recht auf Glück in den Focus zu stellen. Da das Glück einen hohen Wert im menschlichen Leben darstellt, der nur allzu leicht in Vergessenheit geraten kann, freue ich mich über diese Erinnerung.

– Als Erinnerung! Nicht als Maßgabe!

Wir haben nicht nur das Recht auf Glück. Manchmal haben wir eben auch das Recht, unglücklich zu sein.

Vor allem haben wir das Recht auf Sinn!


Vernunft und Leben

Kreativität

Wir haben nicht Verstand und Vernunft, um irgend ein beliebiges Leben zu verwirklichen.

Wir haben das Leben, um Vernunft zu verwirklichen! Nur dafür und deshalb!

Verwirklichung von Vernunft ist das Einzige, was menschlichem Leben wirklichen Sinn verleihen kann.


Der Zauber des Schreibens

Zauber

Wer einmal, auch nur ein einziges Mal, dem Zauber des Schreibens unterlag oder besser: dem Zauber des Schreibens unterliegen durfte, der wird wohl Zeit seines Lebens ein Liebhaber, ein gefangener Liebhaber, dieses Zaubers sein.

Jemandem, der bislang diesen Zauber nicht kennenlernen durfte, diesen Zauber zu erklären, fällt nicht leicht. Denn dieser arme Mensch wird, sobald wir einen mühsamen und von vornherein aussichtslosen Versuch der Erklärung unternehmen, bestenfalls an das Ergebnis des Schreibens, das Geschriebene denken und vermuten, wir hätten daran unsere Freude, seien darüber glücklich, seien darauf stolz. Besonders den Stolz wird er vermuten: Den Stolz auf ein paar gelungene Wendungen, den Stolz auf ein paar mehr oder minder missglückte Reime: „Haus – Maus“; taaräääh; wie lächerlich!

Das Ergebnis des Schreibens, das Geschriebene, ist doch nur das kümmerliche Abfallprodukt des Schreibens, des heiligen und heilenden Schreibens selbst. Ein Abfallprodukt, an dem andere Erfahrene ehrfurchtsvoll erahnen können, was im Schreiben geschah, was der Schreibende durchlebte. Ein Abfallprodukt andererseits, an dem sich auch Narren und kleine bissige Hündchen laben können. Und wenn ihnen ihr größtes Glück beschert wird, dann finden sie vielleicht einen Komma- oder einen Rechtschreibfehler, durch den sie sich dann selbst als groß, weise und erfahren aufblähen können. Wie wenig haben sie verstanden vom Zauber des Schreibens, vom Zauber des Lebens in all seinen facettenreichen Möglichkeiten!

Schreiben gestaltet das Leben. Schreiben gestaltet und schenkt das, was es im Leben gibt – oder auch nicht gibt. Schreiben kann uns trösten oder zutiefst bedrücken. Schreiben kann uns Wahrheit schenken. Schreiben kann unsere ganze Welt verändern. Und uns selbst auch.

Es gibt für uns nichts auf dieser Welt, das nicht geschrieben wurde. Und es gibt nichts auf dieser Welt, solange es nicht geschrieben wurde. Das gesprochene Wort alleine reicht nicht aus. Es muss der Prüfung des Schreibens unterzogen worden sein, um wahr sein zu können.


Kreativität –

Kreativität

Kreativität (Kunst) besteht in einem Überschreiten des Rationalen und des Vernünftigen.

„Überschreiten“ des Vernünftigen und Rationalen heißt nicht: Missachtung der Ratio und der Vernunft, sondern eben: Zur Kenntnis nehmen, durchdringen und dann überschreiten!

Deshalb haben auch alle wirklichen Kreativen, wir nennen sie meistens „Künstler“, etwas Interessantes zu ihrer Arbeit zu sagen. Zu sagen! In Worten und Sätzen mit Gehalt! Das bloße Blubbern „überschreitend“!


 

Sinn des Lebens

Verwirklichung von Sprache

Vielleicht, so vermute ich jedenfalls, liegt der Sinn des menschlichen Lebens darin, „Sprache“ zu verwirklichen, wobei ich die Musik und manche anderen schönen Künste in diesem Fall auch mit zur „Sprache“ zähle.

Ich will sogar noch einen Schritt weiter gehen und vertreten, dass der Sinn jeglichen Lebens in gewisser Weise darin liegt, „Sprache“ zu verwirklichen. Denn alles Leben strebt volens nolens schließlich danach, auf seine ihm mögliche Weise den Logos, die „Sprache des Kosmos“, zu verwirklichen.

Wir Menschen haben zu diesem Zweck, der uns höchstmöglichen Verwirklichung des kosmischen Logos, unsere Menschliche Sprache und manche schönen Künste entwickelt. Manche Tiere haben offenbar andere Formen entwickelt, von denen wir teils mehr, teils weniger wissen. (Wale, Ameisen, Termiten, Bienen, Vogel- und Fisch-Schwärme, alle Herden, Gruppen, Familien, Rudel)

Die Verwirklichung einer Sprache ist die höchste mögliche Verwirklichung des Lebens. Entsprechend respektvoll und würdig sollten wir daher mit Sprache umgehen, wenn wir zu uns selbst und miteinander reden!

Dass ich den klassischen Sokratischen Dialog für die uns mögliche höchste Form der Verwirklichung von Sprache halte, muss ich an dieser Stelle wohl nicht betonen. (Das haben Sie sich ja sicherlich schon gedacht!)


 

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